G/GESCHICHTE 06/2017

Im Reich der Juwelen - Mythos Indien

Hauptthemen dieser Ausgabe

Zerrissenes Erbe Was nach der Kolonialherrschaft kam – Der Tiger verschlingt Indien Der „Mongole“ Babur wird vom Aggressor zum Landesvater – Gott ist ein Ozean Akbar der Große will die Religionen versöhnen – ChintzWie ganz Europa den Farben Indiens verfiel – Der Taj Mahal Leidenschaft in Marmor – Harem Einblick in eine verbotene Welt – Augentrost und Morgenbrise Warum die Großmoguln ihre Elefanten vergötterten – Ein Franzose in Indien Der Diamantenhändler Jean-Baptiste Tavernier – Dieser verdammte Diamant Der Koh-I-Noor brachte wenigen Glück, vielen den Tod – Der Totengräber auf dem Pfauenthron Aurangzeb sorgt für den Niedergang des Mogulreichs – Der letzte Großmogul Bahadur Schah wird zum Verlierer der Geschichte – Land der Tausend Götter Indiens Religionsvielfalt – Kämpfer vor keinem Herren Salman Rushdie und die Satanischen Verse

 

Weitere Themen

Blickpunkt
Fake News – Wenn Wahrheit Ansichtssache ist

 

Serie: „Menschen und Gärten“
Churchills Blenheim Palace – Natur, aber nach Plan

 

Geschichte im Alltag
Der Spielplatz – Von der Talentschmiede zum „Kinderreservat“

 

Porträt
Wilhelm von Humboldt – Preußischer Freigeist

Kein Gebäude lässt sich mit dem Taj Mahal vergleichen: Das Grabmal ist von unerwarteter Monumentalität und wirkt dabei fast zerbrechlich. Längst zum nationalen Symbol Indiens avanciert, ist der Taj Mahal doch das Vermächtnis einer islamischen Dynastie, die als Eroberer auf den Subkontinent kam und in deren Adern das Blut Dschinghis Khans und Timurs floss: die Moguln. 1526 hatte Babur dank mobiler Artillerie über die Elefanten des Sultans von Delhi triumphiert und ein Reich begründet, das sich von Bergen Afghanistan bis zum Ganges ausdehnte.

Der Schlüssel zum Erfolg der Moguln hieß Toleranz. Baburs Enkel, Akbar der Große, vereinte Realpolitik und Mystik in einer Person. Seine Verwaltungsreform integrierte die Eliten der Kriegerkaste in sein Lehenssystem und eine neue Gesetzgebung befreite alle anderen Hindu-Untertanen von diskriminierenden Kopf- und Pilgersteuern. Als er sein Reich auf solide Fundamente gestellt hatte, kam die Zeit für eine der kühnsten Visionen der Menschheitsgeschichte: die Religionen miteinander zu versöhnen.

Der Totengräber dieser Utopie hieß Aurangzeb. Der sechste Großmogul ließ Hindu-Tempel zerstören, errichtete auf ihren Trümmern Moscheen und befahl seinen Heerführern, den Süden des Subkontinents zu unterwerfen. Als Aurangzeb 1707 starb, war das Imperium so riesig wie morsch. Sikhs, Marathen und Rajputen schärften ihre Waffen für den Kampf gegen Delhi. Und wie Geier warteten die europäischen Mächte, allen voran die Briten, auf ihre Chance, sich auf den Kadaver des Mogulreiches zu stürzen.

Ihre Vorteile im Abo

  • Keine Zustellgebühr
  • Keine Ausgabe verpassen
  • Vertrauensgarantie

 

 

* inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten.