G/GESCHICHTE 08/2015

Athen – Macht und Schönheit

Haupt-Themen dieser Ausgabe:
 
Sokrates muss sterben - Athen macht dem berühmtesten Philosophen den Prozess
Frühe Geschichte - Vom mykenischen Zeitalter bis zu den drakonischen Strafen
Tyrannenmord - Für die Freiheit oder aus privaten Gründen?
Anfänge der Demokratie - Kleisthenes’ Reformen
Aufstieg zur Großmacht - Entscheidung bei Salamis
Der attische Seebund - Schutzgeld für Attika
Perikles - Prägte er ein ganzes Zeitalter?
Blütezeit - Das Wunder der Akropolis
Alltag in Athen - Die Stadt, die niemals schläft
Aspasia - Philosophin oder Hetäre?
Die Mysterien von Eleusis - Der Kult und seine Eingeweihten
Der Abstieg - Das Fiasko von Syrakus
Alkibiades - Der gnadenlose Opportunist
Die Schule der Philosophie - Platon und Aristoteles
Die Philhellenen - Europa unterstützt Griechenlands Unabhängigkeitskampf
 
Athen – Macht und Schönheit
 
Ganz Europa war von den Griechen begeistert. 1821 hatte sich das Volk gegen das Osmanische Reich erhoben, um für die Freiheit zu kämpfen. Es schien, dass sich die Geschichte wiederhole: Wie in den glorreichen Tagen der Perserkriege kämpfte eine aufrechte Schar gegen einen übermächtigen orientalischen Feind. Ein besonders begeisterter Philhellene war der englische Dichterfürst Byron. Er brach 1823 auf, um an der Seite der Griechen zu kämpfen und bezahlte seinen Traum von einer Erneuerung Griechenlands mit dem Leben.
Griechenland stand für Kunst, Philosophie und Demokratie und keine Stadt verkörperte in den Augen der Philhellenen diese Ideale perfekter als Athen. Ergreifend sind die Skulpturen und Friese des Parthenons in ihrer würdevollen Schönheit und zeitlos die Wahrheiten der attischen Philosophien. Athens Demokratie hingegen war niemals makellos. Themistokles, der Held der Perserkriege, musste in die Verbannung und Sokrates wurde wegen seiner unangepassten Gedanken zum Tode verurteilt. Und Freiheit gönnten sich die Athener nur selbst – ihre “Bündnispartner” hingegen wurden unterjocht und ausgeplündert.
Nicht nur in der griechischen Tragödie folgt auf Hybris der Untergang. Von dem Strategen Alkibiades verführt, versuchten die Athener in einem tollkühnen Unternehmen das reiche Syrakus zu unterwerfen. Das sizilianische Abenteuer war das Stalingrad Athens; Heer und Flotte wurden verheizt. Schließlich zog der Erzrivale Sparta einen blutigen Schlussstrich unter die Geschichte Athens als Großmacht. Wie hatte doch der Tragödiendichter Euripides gewarnt: “Schrecklich ist die Volksmasse, wenn sie schlimme Führer hat.”
 
 
 

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