G/GESCHICHTE 05/2012

Aufbruch nach Osten – Siedler, Ritter, Kaufleute

Haupt-Themen dieser Ausgabe:

Mord im Morgengrauen - Der Tod Adalberts von Prag
Kreuzfahrer des Nordens - Die Geschichte des Deutschen Ritterordens
Die Kolonisten kommen - Erste Siedler aus dem alten Reich
Hanse verbindet - Riga, Danzig, Krakau, Breslau im Porträt
Karl IV. - Einer der bedeutendsten Kaiser des Mittelalters
Von Meer zu Meer - Das Großreich der Jagiellonen
Nikolaus Kopernikus - Die unerhörten Ansichten eines Hobby-Astronomen
Ostpreußischer Bilderbogen - Fotografische Reise durch die Region
Der Ruf der Zaren - Die Russlanddeutschen
Zeit des Hasses - Der Zweite Weltkrieg
Das gemeinsame Haus - Blick in die Zukunft


Aufbruch nach Osten – Siedler, Ritter, Kaufleute

Danzig, Thorn, Elbing, Königsberg, Breslau, Krakau und Prag – tausend Jahre zwischen Moldau und Memel, tausend Jahre geprägt von Deutschen, Polen, Tschechen, Balten, Letten, Litauern, Juden und vielen anderen Völkern und Ethnien.
Und immer noch erschweren die alten Wunden des Zweiten Weltkriegs eine objektive Beurteilung der Ereignisse: die Verbrechen der deutschen Besatzungsmacht in Polen und Tschechien, die Schrecken der Flucht vor der Roten Armee und die menschliche Tragödie der Vertreibung von Millionen Deutschen aus ihrer Heimat.

Viel zu oft wurde diese Geschichte zudem aus einer nationalistischen Perspektive erzählt: Die deutsche Ostsiedlung wurde zu einer germanischen Kulturmission verklärt und im Gegenzug avancierte der Sieg in der Ritterschlacht von Tannenberg zum nationalen Mythos Polens. Und dann die leidige Frage, ob Kopernikus nun Deutscher oder Pole sei; eine Diskussion, die angesichts der kosmischen Dimension seiner Entdeckung doch eher schmunzeln lässt.

Nicht ein Gegeneinander, sondern ein Miteinander prägte die Geschichte des Ostens. Die deutschen Zuwanderer kamen auf die Veranlassung des polnischen Herzogs Boleslaw dem Schamhaften nach Krakau, Danzigs goldenes Zeitalter begann, als die Stadt unter polnische Oberhoheit kam und ohne die Anerkennung des protestantischen Herzogs Albrecht I. durch den polnischen König Sigismund I. hätte es den Staat Preußen vielleicht niemals gegeben.
Keine Figur symbolisiert diese europäische Dimension mehr als Karl IV., Herzog von Luxemburg, König von Böhmen und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Seine Residenzstadt Prag war kosmopolitisch und weltoffen. Als er nach dem Pariser Vorbild 1348 mit der Universitas Carolina die erste Hochschule in Mitteleuropa gründete, sollte sie eine internationale Institution werden, offen für die Scholaren und Professoren aus allen Teilen des Abendlands.
Eine europäische Tradition, in der die 1991 gegründete Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder steht. Für die Studenten der Viadrina ist das vereinte Europa real und die wenigen nationalen Ressentiments, die noch überlebt haben, werden schnell abgelegt. Ein Fundament für die Zukunft.

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