G/GESCHICHTE 07/2011

Wilder Westen – Cowboys, Siedler und Indianer

Haupt-Themen dieser Ausgabe:

Custers letztes Gefecht - Die Schlacht am Little Bighorn
Zeit für Legenden
- Kleine Chronologie des Westens
Prärie und Pueblo
- Die Lebenswelt der Indianer
Vielfalt der Kulturen
- Interview mit dem Indianerexperten Prof. Christian Feest
Aufbruch ins Unbekannte
- Trapper und Entdecker
Gnadenloser Machtpoker
- Der Kampf um Texas
Go West!
- Siedlertrecks ins Gelobte Land
Lockruf des Goldes
- Goldrausch in Kalifornien
Feuerrösser
- Der Bau der Eisenbahn
“Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer”
- Brutaler Völkermord
Geronimo
- Ein Apache auf dem Kriegspfad
Saloon und Sattel
- Das harte Leben der Cowboys
Revolverhelden
- Als der Colt Gesetz war
Outlaw oder Volsheld?
- Die Wahrheit über Billy the Kid
Karl May, Buffalo Bill & Co.
- Wie Winnetou nach Deutschland kam



Wilder Westen – Cowboys, Siedler und Indianer

Ich war als kleiner Junge immer aufgeregt, wenn am Sonntagnachmittag die Karte der Ponderosa-Ranch in Flammen aufging und die Cartwrights auf der Mattscheibe des Fernsehers ritten. Dann kam für eine Stunde der Wilde Westen nach Duisburg, in der Satteltasche Freiheit und Abenteuer. Natürlich hatte Bonanza mit seinen liebenswerten Helden Ben, Hoss und Little Joe mit der Realität des Wilden Westens nur eines gemein – es herrschte chronischer Frauenmangel. Der wahre Wilde Westen war kein Programmformat für die Familienunterhaltung. Hart, dreckig, brutal, eine staubige Grauzone zwischen Gut und Böse. Es war eine ungezähmte Welt, in der Gesetzesbrecher und Banditen wie Billy the Kid oder Jesse James zu Volkshelden aufsteigen konnten und skrupellose Gesetzeshüter vom Schlage eines Wyatt Earp oder Doc Holliday zur Legende wurden. Auch von der Cowboy-Romantik muss man sich verabschieden. Die Viehhirten mussten von Sonnenaufgang bis zum Abend im Sattel schuften, Freiheit bedeutete für sie, monatelang bei jedem Wetter ohne festes Dach auszukommen und ihre Abenteuer fanden sie in den schäbigen Saloons und billigen Bordellen entlang der Viehrouten

 Noch verzerrter ist unser Bild von den Indianern. Alleine der Name ist schon irreführend, denn niemals fühlten sich die zahlreichen einheimischen Völker als “Indianer”, sondern stets als Apachen, Hopi, Comanche oder Cheyenne. Ihr sprachliche Vielfalt ist für den Laien verwirrend, ihre unterschiedlichen kulturellen Traditionen atemberaubend. Einige Stämme leben als sesshafte Bauern, andere folgten als Nomaden in den Grasmeeren der Prärie dem Bison oder überlebten wie die Apachen durch Raubzüge bei den Nachbarstämmen. Vielleicht gibt es nur eine große Gemeinsamkeit zwischen diesen Völkern, sie alle wurden Opfer der weißen Expansion in den Westen. Erst kamen die Siedler mit dem Planwagen, dann durchschnitt die Eisenbahn unbarmherzig ihren Lebensraum. Widerstand war zwecklos: Am Ende wartete immer der Tod oder die Trostlosigkeit des Reservats.



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