G/GESCHICHTE 09/2016

Wilhelm der Eroberer

Haupt-Themen dieser Ausgabe:

Englands Schicksalsjahr: Wie die Normannen das Inselreich prägten – Der längste Tag: Die Schlacht bei Hastings – Inseldenken einer Nation: Der Ärmelkanal macht den Unterschied – Von Wikingern zu christlichen Rittern: Die Ursprünge der Normandie – Persönlichkeit eines Eroberers: Wilhelm entspringt einer rauen Zeit–Vor dem Sturm: Schon vor den Normannen regierten Wikinger auf der Insel – Widerstand ist zwecklos: Rebellionen der Angelsachsen – Domesday Book: Niemand entging Wilhelms Registrierungswut –City of London: Geburt einer Metropole – Im Interview Uwe Westfehling über offene Fragen der Eroberung – Englands schönste Klöster: Wie die Normannen ihre Herrschaft untermauerten – Im Fadenkreuz Geheimnis um den Teppich von Bayeux – Kinderseite: Französische Wörter in der englischen Sprache – Anarchie und Bürgerkrieg: Wilhelms hinterlässt ein Königreich im Chaos – Geburt einer Nation Seit wann gibt es Engländer? 

Blickpunkt: Venedig bedroht durch Hochwasser und Massentourismus
Serie: Sport – Ringen
Geschichte im Alltag: Der Taschenrechner
Porträt: F. Scott Fitzgerald – Erfinder der Zwanziger Jahre  

Der Begriff »splendid isolation« (»großartige Abgeschiedenheit«) stammt zwar aus dem 19. Jahrhundert, doch die Idee war alles andere als neu. Bereits Anfang des 15. Jahrhunderts forderte »Das Büchlein der englischen Politik« Heinrich IV. dazu auf, das Meer zu beherrschen und den Menschen auf dem Kontinent zu misstrauen: Die Franzosen wären sowieso Englands Erbfeinde, die Venezianer trickreiche Betrüger, die Lombarden elende Wucherer und die Flamen allesamt ungehobelte Bauern, die beim maßlosen Biertrinken »unter den Tisch pissen«. 

Dabei war England nach 1066 auf das Engste mit den Menschen jenseits des Kanals verbunden. Trug das Land vorher stark skandinavische Züge, schuf Wilhelm ein mitteleuropäisches England. Mit ihm kam eine Kultur auf die Insel, die von der Architektur bis zur Literatur französisch geprägt war. Jahrhundertelang standen Englands Könige mit einem Bein auf dem Kontinent. Der Name der englischen Fußballlegende Paul Gascoigne Erinnert daran, dass Bordeaux und Teile der Gascogne erst 1453 für die französische Krone zurückerobert wurden. 

Als dann 1558 mit Calais der letzte englische Vorposten auf dem Festland kapitulieren musste, hatte sich der Gezeitenwechsel im Kanal endgültig vollzogen: Was einst als Wasserstraße verband, trennte nun als nasser Schutzwall. Und an der gegenüberliegenden Küste lauerte oft der Feind auf seine Chance zur Invasion. Aber im Gegensatz zu Wilhelm sollten Napoleon und Hitler mit ihren Plänen zur Eroberung Englands scheitern. Winston Churchill charakterisierte seine Landleute als »Inselrasse« – der Brexit hat ihn bestätigt.

 

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