G/GESCHICHTE 03/2015

Barbaren – Freiheit oder Tod

Haupt-Themen dieser Ausgabe:
 
Die Erfindung des Barbaren - Vom neutralen Begriff zum verächtlichen Schimpfwort
Innovationen aus der Steppe - Neue Erkenntnisse über frühe Reitervölker
Freiheit oder Tod - Der Überlebenskampf der Keltiberer gegen Rom
Menschenopfer und Druiden - Was wissen wir wirklich über die Kelten?
Das Piktenrätsel - Schottlands verschwundenes Volk
Plünderer mit Gewissen - Goten und Vandalen in Rom
Vandale mit Visionen - Geiserich und die Völkerwanderung
Die Waräger-Saga - Krieger aus dem Norden als Elite der byzantinischen Armee
“Menschenfresser” - Warum für die Araber die Kreuzritter Barbaren waren –
“Edle Wilde” - Der flüchtige Traum vom guten Menschen im Südseeparadies
Der Mythos lebt - Conan und der Barbar in der Popkultur
 
 
Barbaren – Freiheit oder Tod

“Man kann Genuss an ihnen empfinden, wie an bunten Raubtieren”, schwärmte 1922 der zivilisationsmüde Schriftsteller Ernst Jünger von den Barbaren. “Sie waren wilde Eroberer, doch ebenso geschlossen und rund in ihrer Erscheinung wie die Hellenen in der ihren.” Für Jünger waren wir unter den Gewändern der “versponnenen Kultur” immer noch die “nackten und rohen Menschen des Waldes und der Steppe”. Robert E. Howard, der literarische Vater von “Conan der Barbar”, teilt diese Auffassung: “Barbarei ist der natürliche Zustand des Menschen, Zivilisation ist unnatürlich.”
Unzivilisiert, blutrünstig und keiner richtigen Sprache mächtig – für Griechen und Römer waren die Völker am Rande ihrer Welt nicht viel besser als Tiere. Eine kulturelle Arroganz, die Eroberung und Versklavung legitimierte. Die Gelehrten der Renaissance tradierten dieses Bild weiter. Im Vergleich zur römischen Eroberung Karthagos oder Jerusalems verhielten sich die Vandalen bei der Plünderung Roms recht human und vermieden sinnlose Zerstörung, trotzdem kreierten die Humanisten den Begriff “Vandalismus”.
Sowohl Verklärung als auch Verachtung zeugen von einem Missverständnis. Egal ob Skythen, Kelten oder Pikten, alle diese Völker, die als Barbaren stigmatisiert wurden, hatten ihre eigenen kulturellen Traditionen, die geprägt waren von ihrem Lebensraum. 
Die Religion spiegelte die Natur wider, Ehre und Familie diktierten das Ethos. Und wenn sie mutig und zuweilen mit Wildheit Kriege gegen “zivilisierte” Heere führten, so ging es meistens um die Freiheit oder ums Überleben. Es ist an der Zeit, sich von den Barbaren-Klischees zu verabschieden!
 
 
 
 
 

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