G/GESCHICHTE 01/2015

Stadtleben im Mittelalter – Zünfte, Huren, Pfeffersäcke

Haupt-Themen dieser Ausgabe:
 
Schatzkammer des Reiches - Nürnberg als Handelszentrum und Hüterin der Reichsreliquien
Fall eines Bürgermeisters - Heinrich Toppler bezahlt seinen Plan, Rothenburg zur Weltstadt zu machen, mit dem Leben
Titanenwerk Kölner Dom - Köln beschließt im 13. Jahrhundert, die größte Kirche der Welt zu bauen
Die ewige Dombauhütte - G/Geschichte vor Ort bei einem Steinmetz, der den Kölner Dom restauriert
Veit Stoß - Der berühmteste Holzschnitzer der Gotik im Porträt
Wohnen im Spätmittelalter - Wie Jung und Alt, Gesinde und Herrschaft unter einem Dach zusammenlebten
Das Wirtschaftswunder - Händler, Handwerker und Zünfte prägen das Stadtbild
Burhard Zink - Eine persönliche Biografie zeigt den Aufstieg eines Augsburger Kaufmanns
Ein Liter Bier pro Tag - Wie sich die Stadtbewohner im Mittelalter vergnügen
Die Beginen - Nonnen ohne Gelübde – Am Rande der Gesellschaft: Bader, Henker und Prostituierte
Leben mit dem Tod - Antoniusfeuer, Lepra und Pest hatten in überfüllten Städten leichtes Spiel
 
 
Stadtleben im Mittelalter – Zünfte, Huren, Pfeffersäcke
 
Verabschieden Sie sich bitte vom idyllischen Bild der altdeutschen Städte, das uns die Tourismusindustrie zwischen Lübeck und Rothenburg verkaufen möchte. Die mittelalterlichen Städte waren wie die Metropolen der Moderne eine Welt brutaler Gegensätze: Hinter den Glasfenstern der Patrizierhäuser lebte es sich vortrefflich, doch schon für die meisten Handwerker war das Leben ausgesprochen hart und so mancher Geselle musste mit einem Hungerlohn auskommen. Ganz unten die Bettler und anderen Ausgestoßenen, die in einer Welt aus Elend und Schmutz vegetierten und von der Hoffnung auf Almosen lebten.
Die Städte waren zugleich die Motoren einer rasanten Veränderung. In Köln, Nürnberg oder Augsburg begann das Abenteuer Globalisierung: Tuche aus Flandern, Glas aus Venedig, Safran aus Nordafrika und Pfeffer aus Indien – die Waren der Welt wurden hier gehandelt. Im Gegenzug produzierten die Handwerker der Zünfte für den Export – oft weit außerhalb der Grenzen des Heiligen Römischen Reiches. Die Städte glichen reichen, fetten Spinnen im Netz der Handelswege. 
Und Geld bedeutete schon damals immer auch politische Macht.
Der Aufbruch in die Moderne begann, als sich die Zünfte gegen das selbstgerechte Patriziat auflehnten. Nicht Herkunft, sondern persönliche Leistung sollte zählen. Die verkrustete Ständegesellschaft wurde in Frage gestellt, alte Machteliten gestürzt. Keine echte Demokratie, aber ein Schritt dahin. Kein Wunder, dass neue und revolutionäre Ideen wie der Humanismus oder die Reformation in den Städten auf idealen Nährboden fielen.
 
 
 
 

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