G/GESCHICHTE 03/2017

Die Staufer

Hauptthemen dieser Ausgabe

 

Sehnsucht nach Macht Wie die Staufer zum Mythos wurden – Aus der Provinz in die Welt Der rasante Aufstieg von schwäbischen Grafen zu Königen – Knecht des Papstes? Als der Machtkonflikt zwischen Barbarossa und dem Papst eskalierte – Mission Impossible Barbarossas größte Niederlage in Legnano – Das Fest der Feste Der Hoftag zu Mainz – Frühling des Mittelalters Wieso die Epoche der Staufer eine Zeit der kulturellen Blüte war – Ritt in den Tod Barbarossas letzter Kreuzzug – Macht, Gold und Blut Heinrich VI. will die Reichtümer Siziliens – Das Staunen der Welt Wie war Kaiser Friedrich II. wirklich? – Ein neues Denken Warum Forschen plötzlich besser als Glauben war – Tod in Neapel Konradin verliert das Spiel um Siziliens Thron – „Ein Hauch von Tragik“ Prof. Bernd Schneidmüller im Interview


Weitere Themen

Blickpunkt
Von der Kneipe in den Konzertsaal – 100 Jahre Jazz

Serie: „Menschen und Gärten“
Literaten im Garten  – Vita Sackville-West und Sissinghurst

Geschichte im Alltag
Die Telefonzelle – Ein Quadratmeter Privatsphäre

Porträt
Frida Kahlo – Leiden und Leidenschaft

Wer die neapolitanische Kirche Santa Maria del Carmine betritt, begegnet der Statue eines jungen Herrschers, die seltsam anrührt: Die Hand am Knauf des Schwertes wirkt kraftlos und das Gesicht unter der Krone spricht von tiefer Melancholie. Es ist ein Denkmal für Konradin, den letzten Staufer, der bei seinem Versuch, das Königreich Sizilien zurückzugewinnen, scheiterte: Er wurde in Neapel hingerichtet und in der Kirche „verscharrt“. Erst der bayerische Kronprinz Maximilian stiftete 1847 ein würdiges Grab, geschaffen vom dänischen Bildhauer Thorvaldsen.

Das tragische Schicksal Konradins mochte zwar den Wittelsbacherprinzen bewegen, aber für die Deutschnationalen der Gründerzeit gab es nur einen Staufer: Friedrich I. Barbarossa. Für sie symbolisierte dieser Kaiser nationale Einheit und militärische Stärke. Und so galt ihnen Barbarossa als politischer Ahne von „Barbablanca“, dem weißbärtigen Kaiser Wilhelm I. Als Monumentalfiguren sind die beiden Kaiser seit 1896 am Kyffhäuserdenkmal vereint.

Friedrich II. hat nicht nur seine Zeitgenossen in Staunen versetzt. Kaum hatte Ernst Kantorowicz dessen Biografie 1927 veröffentlicht, da avancierte der Kaiser zur wahren Kultfigur. Denn der Historiker präsentierte in seinem Buch einen modernen Freigeist und Visionär, der alle Ketten des Mittelalters sprengen wollte. Konradin für die Romantiker, Barbarossa für die Nationalen und Friedrich II. für die Intellektuellen. Keine Kaiserdynastie des Mittelalters bietet eine größere Projektionsfläche und hat mehr historische Mythen produziert als die Staufer.

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