G/GESCHICHTE 05/2015

Raubritter – Fehde gegen Gott und die Welt

Haupt-Themen dieser Ausgabe:
 
Franz von Sickingen gegen den Rest der Welt - Der Ritteraufstand von 1522
Ritter, Not & Teufel - Wie aus edlen Rittern gefürchtete Raubritter wurden
Eppelein von Gailingen - Der Schreck der Nürnberger Kaufleute
Kein Camelot - Alltagsleben auf einer Burg
Herberge der Gerechtigkeit - Franz von Sickingen bietet Luther und seinen Anhängern Schutz auf seiner Burg
Acht, Bann und Fehde - Kleines Mittelalterlexikon
Albrecht Dürer - Was bedeutet Dürers Stich “Ritter, Tod & Teufel”?
Die Schlacht bei Tannenberg - Der Untergang des Deutschen Ritterordens
Der große Deutsche Bauernkrieg - Florian Geyer und die Ritter auf verschiedenen Seiten
Götz von Berlichingen - Der Ritter mit der eisernen Hand
Der Schmalkaldische Krieg - Protestanten gegen Kaiser Karl V.
Wilhelm von Grumbach - Der letzte Raubritter wurde gevierteilt
Ritter in der Romantik - Dank Bettina von Arnim und Goethe werden Raubritter zu Legenden
 
 
Raubritter – Fehde gegen Gott und die Welt
 
Die Tage des Ruhms waren vorüber. Jahrhundertelang hatten Ritter Schlachten entschieden und Kriege gewonnen. Doch Ende des 15. Jahrhunderts schien sie keiner mehr zu benötigen. Ausgerechnet Maximilian I., der sich selbst gekonnt als Ritter inszenierte, gab 1487 die Order, ein Fußvolk nach dem Vorbild der Schweizer Infanterie aufzustellen. Dies war die Geburtsstunde der Landsknechte. Nun waren die Ritter endgültig ein militärisches Auslaufmodell. Acht Jahre später die nächste Demütigung: Maximilian verkündete den Ewigen Landfrieden und hob das Privileg der Ritter auf, mit der Fehde das Recht selber in die Hand zu nehmen und dabei ihre leeren Kassen zu füllen.
Männer vom Schlage eines Götz von Berlichingen waren nicht bereit, sich den blutleeren Juristen des Reichskammergerichtes zu unterwerfen. Sie führten ihre Fehden weiter, auch wenn sie jetzt die Reichsacht und einen unehrenhaften Tod auf dem Schafott riskierten. Angefeuert durch die Reformation rebellierte 1522 die Ritterschaft unter der Führung Franz von Sickingens und marschierte ins Erzbistum Trier – im Namen Luthers, der Freiheit und für fette Beute. 
Der Aufstand scheiterte; Sickingen starb bei der Verteidigung seiner Burg. Der letzte Raubritter, Wilhelm von Grumbach, wurde 1567 auf dem Marktplatz zu Gotha gevierteilt. Politisch spielten die Ritter nun keine nennenswerte Rolle mehr. Doch ihre trotzige Aufmüpfigkeit gegen die Obrigkeit machte sie zu Helden der Dichtung. Goethes Sturm-und-Drang-Drama “Götz von Berlichingen” von 1773 war eine Sensation. In Zeiten verkrusteter Obrigkeitsstaaten bewegte eine Zeile besonders die Menschen: “Freiheit! Freiheit!”
 

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