G/GESCHICHTE 05/2013

1813 – Für Freiheit und Einheit

Haupt-Themen dieser Ausgabe:

“An Mein Volk” - Aufruf Friedrich Wilhelms III.
Sturmwarnung für Napoleon
- Erst spät regt sich Widerstand
Alles Neu
- Preußen reformiert sich
“Vom Kriege”
- Carl von Clausewitz’ Werk
Der Geist von 1813
- Auf der Suche nach der eigenen Identität
“Reden an die deutsche Nation”
- Vorlesung Johann Gottlieb Fichtes
Junge Wilde
- Freikorps und ihre etwas anderen Taktiken
“Aufruf”
- Das Lied des Theodor Körner
Fehler mit Folgen
- Kann Waffenstillstand Dummheit sein?
Die Völkerschlacht
- Leipzig bringt die Wende
“Vorwärts, nach Paris”
- Sturz des Adlers
Metternich und der Wiener Kongress
- Zurück im Dreivierteltakt
“Deutsche Bundesakte”
- Metternich hat es geschafft
Das gescheiterte Deutschland
- Alles umsonst?



1813 – Für Freiheit und Einheit

Achtzehndreizehn ist eine magische Zahl in der deutschen Geschichte. Sie steht für Aufbruch und Umbruch, für Hoffnungen und Träume, aber auch für Tod und Enttäuschung. Es ist das Jahr, in dem die Verbündeten die Leipziger Völkerschlacht schlugen und den entscheidenden Sieg über Napoleon davontrugen, gegen den Herrscher, der den europäischen Kontinent erobert hatte. Nun steht sie in ihrem Schicksalsjahr da, die neue “deutsche Nation”, und scheint sich zu fragen: Wo komme ich her, wo gehe ich hin? Wer sind meine Freunde, wer meine Feinde? Will ich frei oder befreit sein?

Sie findet keine Antwort und das ist ihre Tragik, wie sie ein jedes gutes Drama braucht. Auch von außen eilt keine Hilfe herbei. Denn der Tanz auf dem Wiener Vulkan beim Kongress liefert nur eine Lösung: Alles beim Alten. Zurück auf Anfang. Keine Freiheit. Keine Einheit. Und kein Traum ohne Trauma. Die Befreiungskriege haben für die deutsche Nation und damit natürlich auch in der europäischen Union eine große Bedeutung. Kein Wunder, dass daher viel Mythos und Pathos mitschwingt. Es heißt: Geschichte wird gemacht – und die Befreiungskriege sind ein Beispiel dafür. Nicht nur, dass die damaligen Protagonisten an ihrer eigenen Story bastelten. Sei es Metternich, der im Wortgefecht mit Napoleon scheinbar einen Triumph davontragen konnte. Oder Friedrich Wilhelm III., auf dem alle Hoffnungen ruhten, der aber von seinen Reformen überrumpelt werden musste. Auch die Rezeption ist nicht frei von Manipulation. Jede Generation kann sich am damaligen “Volkswillen” bedienen, ihn interpretieren und sich selbst legitimieren. Ob romantisch verklärt oder rassistisch verunglimpft. Ob Liberale, Sozialisten oder Faschisten.

Daher liefern wir Ihnen in dieser Ausgabe zahlreiche Originalquellen mit, damit Sie sich selbst ein Bild dieser Zeit und dieses Geistes machen können. Die Erläuterungen dazu sollen Ihnen dem Umgang mit ihrem Inhalt erleichtern. Es nützt, hinter die Quellen zu blicken, mehr zu erfahren, die Perspektiven zu wechseln. Tauchen Sie also ab in diese Zeitenwende, die die Weichen für das 20. Jahrhundert stellte. Und erlauben Sie mir einmal einen ziemlich bekannten Ausspruch: “Geschichte ist nicht von gestern.” Das Jubiläum  zu den Befreiungskriegen erinnert uns daran. Wir wünschen gute Unterhaltung.



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