G/GESCHICHTE 11/2012

Aufstand gegen Gottes Ordnung – Revolution im Mittelalter

Haupt-Themen dieser Ausgabe:

Die Schlacht von Hemmingstedt 1500 - Freiheitskampf der Dithmarscher Bauern
Patrizier, Bürger, Außenseiter
- Mikrokosmos Stadt
Die wehrhafte Jungfrau
- Köln contra Erzbischof
Die “böse Fastnacht”
- Das Fest zum Protest
Pest und Pogrome
- Der Mob wütet, die Synagogen brennen
Krawall in Augsburg
- Der Zunftaufstand 1368
Der Schwäbische Städtebund
- Gemeinsam gegen die Fürsten
Die Sizilianische Vesper
- Aufstand gegen die Besatzung
Die Brügger Frühmette
- Freiheit für Flandern
Die Schlacht von Sankt Scholastika
- Bürgerkrieg in Oxford
Bauernzorn und Gottes Wort
- England erhebt sich
Occupy, Attac und Co.
- Wenn das Volk rebelliert


Aufstand gegen Gottes Ordnung  – Revolution im Mittelalter

“Kölner entmachten ihren Erzbischof”, “Bürgerliche Unabhängigkeitsbewegung in Flandern triumphiert” oder “Englands Bauern kämpfen gegen ungerechte Steuern” – hätte es im Mittelalter schon Zeitungen gegeben, dies wären die Schlagzeilen.
Die gottgewollte Ordnung, in der der “gemeine Mann” demütig mit seiner Hände Arbeit der Gesellschaft diente, während der Adel herrschte und sich die Geistlichkeit um das Seelenheil kümmert, war das fromme Ideal der Theologen.

Die Realität sah in der Regel anders aus. Kein Bauer sehnte sich danach, als Leibeigener von morgens bis abends für seinen Herren zu schuften; kein Handwerker oder Händler sah es als seine gottgegebene Aufgabe, mit seinen Abgaben den Staat und dessen Kriege zu finanzieren. Meistens fügte man sich schlicht in sein Schicksal.

Doch vor allem die selbstbewussten Bewohner der Städte zeigten, dass es auch ganz anders ging. In Köln lehnten sich die Bürger regelmäßig gegen das harte Regiment ihres Erzbischofs auf, erkämpften immer mehr Rechte und Freiheiten, bis es ihnen 1288 gelang, den ungeliebten geistlichen Stadtherren in der Schlacht von Worringen endgültig zu entmachten.

In Flandern führten die Handwerker Pieter de Coninck und Jan Breydel, ein Weber und ein Fleischer, den Aufstand gegen die verhassten französischen Fremdherrscher an. In der blutigen “Brügger Frühmette” machten sie 1302 ihrem Zorn Luft und erstachen nahezu alle Besatzer.
Den radikalsten Aufstand gegen Gottes Ordnung erlebte England im 14. Jahrhundert. Nach Pest, Wirtschaftskrise und Steuererhöhung war für die einfachen Bauern das Maß voll. 1381 stürmten sie den Tower von London und erschlugen Lordkanzler und Schatzmeister. Kühn forderte ihr Anführer Wat Tyler nun von König Richard II. nichts Geringeres, als die Abschaffung jeglicher Grundherrschaft und die Beteiligung aller Menschen an der politischen Gewalt. Für einen Wimpernschlag der Geschichte wankten in England die Grundfesten der Ständeordnung – bis ein Schwertstreich Wat Tyler niederstreckte und den Aufstand beendete.
Köln, Flandern und England – Die wahren Wutbürger und Zornbauern lebten eben im Mittelalter.


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